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Rückblick auf die ersten 25 Jahre der Vereinsgeschichte

(Auszüge aus einer Niederschrift von Hans Ludwig aus dem Jahre 1979 - überarbeitet von Rolf Mayer)

 

Angespornt durch gelungene Feste in Nachbargemeinden und dem Bemühen, durch kulturelle und sportliche Veranstaltungen das Ansehen der Gemeinde Goddelau zu heben, stellten im Jahr 1954 einige Goddelauer Bürger die Weichen zur Gründung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins. An erster Stelle der Initiatoren stand Bürgermeister Christoph Bär.

 

Die Vorgespräche wurden meist an Stammtischen geführt, wobei auch der in Goddelau geborene Dramatiker Georg Büchner in das Konzept mit einbezogen wurde. Büchners leidenschaftliche Parteinahme für die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse und seine Werke sollten entsprechend gewürdigt werden. Erstes Ziel war jedoch zunächst das Bemühen um eine Verschönerung des Ortsbildes, die Herrichtung von Spazierwegen, Ruheplätzen und Anlagen zur Freude und Erholung für die Einwohnerschaft und natürlich auch für die Besucher der Gemeinde.

 

Als es schließlich am 25. Mai 1954 in der Gaststätte "Zur alten Post" (früher L. Diehl) zur Gründungsversammlung kam, wurden die Ziele um die Förderung der örtlichen Vereine erweitert. Dies führte wenig später dazu, dass viele ortsansässige Vereine als Mitglieder in den VVV (schon frühzeitig prägte sich diese Kurzbezeichnung) eintraten und auch die Gemeinde selbst kooperatives Mitglied wurde. Damit war der VVV gewissermaßen die Dachorganisation im örtlichen Vereinsleben geworden. Weiteres Aufgabengebiet sollte die Förderung des örtlichen Gewerbes sein.

Das Gründungsteam:

1. Vorsitzender: Christoph Bär

2. Vorsitzender: Hans Reinhardt

Schriftführerin: Auguste Schaffner

Kassierer: Hans Ludwig

Beisitzer: Georg J. Schneider, Wendel Schaffner, Rudolf Horst, Philipp Sturm, Ludwig Nösinger, Heinrich Wenner

Die Gründung

Bei der Gründerversammlung waren Vertreter vieler Vereine (Reiterverein, Bauernverein, Obst- und Gartenbauverein, Hühnerzuchtverein, Fischer, Odenwaldklub, Männergesangverein, Turn- und Sportverein) sowie Mitglieder des Gemeinderates, der Feuerwehr und Vertreter der Lehrerschaft anwesend. Die Vereine entrichteten für jedes ihrer Mitglieder einen monatlichen Beitrag von 3 Pfennig an den VVV. Für Vereinsmitglieder selbst wurde ein monatlicher Mindestbeitrag von 50 Pfennig festgelegt.

 

Kaum war der Verein gegründet, wurden erste Initiativen entwickelt. Der Ehrenhain hinter der evangelischen Kirche wurde geschaffen und vom VVV vollständig finanziert. Viele weitere Maßnahmen folgten mit der Aufstellung von Ruhebänken oder Zuwendungen finanzieller Art, so auch bei der Schaffung des Volksparks oder des später erstellten Kinderspielplatzes hinter dem Wohnblock in der Freiherr-vom-Stein-Straße.

 

Herausragend waren die Leistungen des Vereins insbesondere auf kultureller Ebene. Mit etwa 130 Mitgliedern im Hinterhalt und einer guten Ausstattung durch Spenden wagte sich der VVV an das erste Goddelauer Heimatfest heran. Dass dieses gar mit einem Wochenprogramm gefeiert wurde, erregte überall Aufsehen. Trotz ungünstigen Wetters wurde das Fest vom 14. bis 22. August 1954 ein voller Erfolg.

 

Spätere Feste sollten jährlich folgen, blieben allerdings jeweils auf ein Wochenende beschränkt. Leider verringerte sich das Interesse an solchen Veranstaltungen von Jahr zu Jahr. Als mit dem Ableben des Mitarrangeurs Willi Wiemer (er zeichnete für die Heimatabende verantwortlich) eine der Hauptsäulen ausfiel und die Feste auch im Ertrag rückläufig wurden, fehlte es an Mut, weiter zu machen. So war das Goddelauer Heimatfest praktisch eine Angelegenheit für einige Jahre, ohne fortgesetzt zu werden.

 

Eine besondere Leistung für die damalige Zeit war die Schaffung eines Heimatfilms und eines Vorfilms, der die Leistungsfähigkeit des örtlichen Gewerbes dokumentierte und durch Zuwendungen der Gewerbebetriebe entstand. Die Finanzierung des Heimatfilms hingegen lag in der Zuständigkeit des VVV. Hans Hauf schuf hier in Zusammenarbeit mit Rektor Ludwig Nösinger und Helmut Kleinböhl ein Zeitdokument, das noch heute Bewunderung verdient und bei angesetzten Vorführungen als Besuchermagnet wirkt.

 

Breit gefächert war auch das kulturelle Angebot des VVV. Insbesondere Vorträge, die das Wirken Georg Büchners verdeutlichten, fehlten nicht im Veranstaltungskalender. In guter Erinnerung ist dabei noch die Aufführung von "Dantons Tod", inszeniert und gestaltet von Bruno Schönfeld (Koblenz). Vieles könnte noch an besonderen Leistungen des VVV aufgezählt werden.

Leider wurde es nach 1970 um den VVV von Jahr zu Jahr ruhiger, bis letztlich das gesamte Vereinsleben zum Stillstand gelangte. Zwischenanstößen zu einem Neubeginn fehlte die Kraft. Auch neue Impulse verhalfen der Vereinsarbeit nicht zum Durchbruch. Erst mit Bernd Behnke, der zunächst kommissarisch die Vereinsarbeit mit einem kleinen Team zu forcieren begann und der bei der Jahreshauptversammlung im April 1979 zum Vorsitzenden gewählt wurde, begann sozusagen ein neues Zeitalter für den VVV.